AION

Privates Duftatelier

AION

Wissenschaftlicher Parfümeur

AIONOlfactory Intelligence
Labor bereit

Sonntag · Duftatelier

Atelier

Im Dialog mit deiner Nase

Was nehmen wir heute auseinander?

Beschreibe eine Wirkung, einen Mangel oder eine Idee. Ich verbinde deine Wahrnehmung mit dem Laborarchiv.

A

Ich bin bereit. Wir können einen Rohstoff untersuchen, einen Akkord beginnen oder eine Beobachtung festhalten.

Heute im Labor

Arbeitsstand

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Eingang und Prüfung

Rohstoffe erfassen

AION prüft neue Aufnahmen dreifach. Erst nach Identitätsbestätigung und Quellenrecherche gelangt ein Rohstoff in die Datenbank.

Materiothek

Rohstoffdatenbank

Für Zahlen sind Einzelwerte oder Bereiche möglich, z. B. 2,2-2,6 bei logP. PW Impact ist relativ (Linalool = 100); PW Riechstreifenwerte sind quellen- und methodenspezifisch.

0 RohstoffeIm Tabellenfenster horizontal und vertikal wischen · Kopfzeile und Rohstoff bleiben sichtbar

Komposition

Akkordarchiv

Jeder Akkord bleibt mit seiner Rezeptur sichtbar. Varianten werden als eigene, benennbare Weiterentwicklungen direkt unter ihrem Ausgangsakkord geführt.

Laborjournal

Versuchsauswertung

Hier stehen Referenz und Variante neben allen zeitgestempelten Beobachtungen. Die Auswertung fasst nur deine eingetragenen Werte zusammen; sie ersetzt keine Wahrnehmung durch eine automatische Aussage.

0Versuche
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AION Akademie · Physik

Die Physik erklärt nicht den Geruch. Sie erklärt sein Auftreten.

Wir halten Messwerte und allgemein beschriebene Wirkungen sauber getrennt von deiner Wahrnehmung. Erst danach entsteht unsere eigene Sprache.

Direkt starten

Ein Versuch, eine klare Rezeptur

Wähle einen Einstieg. AION öffnet Referenz und Variante sofort als feste Rezepturmatrix.

Startwert

Dampfdruck = Flüchtigkeit in der Luft

Der Dampfdruck beschreibt bei definierter Temperatur, wie leicht ein Stoff aus der Flüssigkeit oder dem Feststoff in die Gasphase übergeht. Bei sonst vergleichbaren Bedingungen bedeutet ein höherer Dampfdruck meist: schnellerer Eintritt in den Luftraum, stärkere Kopfnote und rascheres Abklingen.

Vergleiche nur Werte mit gleicher Temperatur und gleicher Einheit. AION speichert deshalb den Quellenwert, rechnet – wenn möglich – in Pascal (Pa) um und notiert die Messtemperatur. Fehlt ein belastbarer Quellenwert, bleibt das Feld leer; es wird nichts geschätzt.

Nachschlagewerk

Eigenschaft → allgemein beobachtbare Wirkung

EigenschaftWenn wir sie verändernOlfaktorische TendenzPraxisbeispielGegenprüfung
DampfdruckHöherer Wert bei gleicher TemperaturOft schnellerer Auftakt, mehr Kopfraum-Präsenz, kürzerer VerlaufIm selben Holzakkord eine Komponente durch einen Kandidaten mit höherem Pa-Wert ersetzen; Gesamtmenge konstant.T+0 bis T+8 h blind vergleichen; Temperatur dokumentieren.
SiedepunktNiedrigerer statt höherer SiedepunktHäufig mehr frühe Bewegung; hoher Siedepunkt oft mehr späte SubstanzZwei Kandidaten nur als grobe Vorauswahl nach Siedepunkt sortieren.Entscheidend bleibt der Dampfdruck bei Raumtemperatur.
Molekülgröße / MwGrößeres Molekül bei ähnlicher StrukturklasseOft weniger flüchtig und länger wahrnehmbarBei gleicher Geruchsfamilie den größeren Kandidaten zu 10–20 % der Rollenmenge antesten.Schwellenwert und Kopf-Raum-Verhalten können den Trend umkehren.
logPHöherer logP in gleicher MatrixKann Retention in lipophilen Medien/Haut verändern; der Auftakt kann ruhiger werdenEine Basisrolle in drei Dosierungen prüfen, während Dampfdruckfenster und Gesamtmenge ähnlich bleiben.Nie aus logP allein auf Intensität schließen.
SchmelzpunktFeststoff statt Flüssigkeit oder veränderte KristallinitätKann Auflösen und Abgabe verzögernGleiche Masse eines Feststoffs erst vollständig homogen lösen, dann gegen eine flüssige Referenz testen.Löslichkeit, Klarheit und Lagerstabilität separat protokollieren.
Dichte / TPSAVeränderte Packung bzw. polare OberflächeKann Mischbarkeit und Matrixverhalten beeinflussenBei Trübung/Phasentrennung nicht die Duftnote bewerten, bevor die Formel physikalisch stabil ist.Keine direkte Skala für „laut“, „weich“ oder „holzartig“.

Praktischer Versuch

Flüchtigkeit mit der Nase kalibrieren

  1. Zwei Rohstoffe auf gleiche Verdünnung und gleiche aufgetragene Masse bringen.
  2. Auf getrennte Duftstreifen bei gleicher Raumtemperatur auftragen.
  3. Bei T+0, T+5 min, T+30 min, T+2 h und T+8 h notieren: wahrnehmbar, dominant, verblieben.
  4. Erst anschließend die Dampfdruckwerte bei vergleichbarer Temperatur danebenlegen.

So prüfen wir, ob deine Worte – etwa „schneller Auftritt“, „schwebend“, „bleibt“ – mit den Daten zusammenlaufen oder eine eigene, bessere Kategorie brauchen.

01Dipolmoment · Debye · Polarität

Das Dipolmoment µ wird in Debye (D) angegeben. Es beschreibt die räumliche Trennung positiver und negativer Teilladungen in einem Molekül. Ein permanenter Dipol kann Dipol-Dipol-Wechselwirkungen begünstigen; polarisierbare Elektronenwolken erzeugen zusätzlich London-Dispersionskräfte. Beides beeinflusst Löslichkeit, Mischung und Aktivität im flüssigen Duftkonzentrat.

Für AION: Debye ist kein Geruchsradar. Ein größeres Dipolmoment bedeutet nicht automatisch „stärker“, „weicher“ oder „haltbarer“. Es ist ein Strukturparameter, der gemeinsam mit Molekülform, funktionellen Gruppen, logP, Dampfdruck und dem Lösungsmittel gelesen wird.

Praktische Frage: Verändert ein polares Molekül im selben Akkord vor allem die Kopf-Raum-Freisetzung, die Löslichkeit oder tatsächlich die olfaktorische Struktur? Diese drei Hypothesen werden getrennt geprüft.

Praxisbeispiel · 2,2–2,6 D: Dieses Fenster wird als Versuchsgruppe angelegt, nicht als Zielwert. Vergleiche einen Kandidaten innerhalb und einen außerhalb des Fensters – aber nur bei ähnlicher Geruchsfamilie, ähnlichem Dampfdruck und ähnlicher Molekülgröße. Wenn sich die Wirkung ändert, prüfen wir zuerst Löslichkeit und Kopfraum, bevor wir den Effekt dem Dipolmoment zuschreiben.

02Was sich in einem Akkord wirklich „verbindet“

In einem Parfumkonzentrat sollen Rohstoffe üblicherweise keine neuen Moleküle bilden. Entscheidend sind überwiegend nicht-kovalente Wechselwirkungen: Dispersionskräfte, Dipol-Dipol-Wechselwirkungen, Wasserstoffbrücken sowie Wechselwirkungen mit Lösungsmittel und Träger. Diese können die Aktivität eines Stoffes und damit seinen Anteil im Kopfraum verändern.

Die zentrale technische Größe ist nicht nur die Konzentration, sondern die chemische Aktivität in der Mischung. Zwei Rohstoffe mit gleichem Reinstoff-Dampfdruck können im selben Konzentrat unterschiedlich stark austreten, weil sie mit der Matrix unterschiedlich wechselwirken. Deshalb ist „gleicher Dampfdruck“ keine Garantie für gleiche Projektion.

Warnsignal: Säure/Base-Systeme, starke Oxidation durch Licht/Luft oder reaktive Carbonylchemie können Stabilität verändern. Für jede Formel gehören Rohstoff-SDS, Lagerung, Lichtschutz und regulatorische Prüfung zum technischen Protokoll.

Praxisbeispiel: Eine Referenzformel in zwei identischen Ansätzen herstellen und ausschließlich den Trägeranteil verändern. Bleibt die Formel klar, aber der Auftakt verschiebt sich, ist das ein Matrix- bzw. Aktivitätseffekt – kein Beweis für eine neue Geruchsnote.

03Lipophilie · logP · Substantivität

logP beschreibt die Gleichgewichtsverteilung eines neutralen Stoffes zwischen Octanol und Wasser. Es ist ein nützlicher Näherungswert für Lipophilie – nicht aber direkt für Duftstärke. In Haut-, Wachs-, Öl- oder Tensid-Matrizen kann eine höhere Lipophilie die Verteilung in lipophilen Phasen beeinflussen und damit das zeitliche Duftprofil verändern.

Für langanhaltende Akkorde betrachten wir logP nur im Verbund mit Dampfdruck, Molekülgröße, Schmelzpunkt, Dosis und Matrix. Ein sehr lipophiler Stoff mit hohem Dampfdruck kann früh präsent sein; ein Stoff mit niedrigem Dampfdruck kann trotzdem olfaktorisch dominant bleiben, wenn sein Wahrnehmungsschwellenwert sehr niedrig ist.

Praxisbeispiel: Eine Basisrolle bei 80 %, 100 % und 120 % ihrer Referenzdosis testen; die fehlende bzw. zusätzliche Menge mit neutralem Träger ausgleichen. Erwartung: Der Spätverlauf kann sich verschieben. Gegenprüfung: T+8 h und T+24 h blind, nicht nur der erste Eindruck.

04Molekülform · Stereochemie · Rezeptorwirkung

Geruch entsteht an olfaktorischen Rezeptoren durch molekulare Erkennung. Größe, Form, Flexibilität, funktionelle Gruppen und Stereochemie können die Rezeptorantwort verändern. Physikalische Daten erklären vor allem wann und wie viel in den Kopfraum gelangt; sie erklären nicht vollständig wie es riecht.

Darum ist die Nase die letzte Instanz. AION trennt künftig drei Ebenen: Struktur (Formel, Stereochemie, funktionelle Gruppe), Physik (Dampfdruck, logP, Masse, Schmelzpunkt) und Wahrnehmung (deine Worte, Zeitverlauf, Kontrast im Akkord).

Praxisbeispiel: Wenn zwei Isomere oder Handelsprodukte mit ähnlichem CAS-/Strukturraum verfügbar sind, bei gleicher Verdünnung getrennt auftragen. Eine unterschiedliche Wahrnehmung wird als echte Kandidaten-Differenz dokumentiert, nicht durch Mittelwert „wegformuliert“.

05Substitution ohne Verlust des Akkordgerüsts

Ein Austausch ist kein 1:1-Ersatz, sondern ein kontrolliertes Hypothesenexperiment. AION definiert zuerst die Funktion eines Rohstoffs: Geruchsfamilie, zeitliches Fenster, Diffusion, Volumen, Textur, Kontrast und Trägerverträglichkeit. Erst dann sucht es Kandidaten in einem technischen Korridor.

  1. Referenzformel und Zielwirkung festlegen.
  2. Unverhandelbare Daten definieren: z. B. Geruchsfamilie, CAS-Status, Dampfdruckfenster, logP-Band, Molekülgröße, Löslichkeit.
  3. Nur eine Variable tauschen; Gesamtmenge und alle anderen Komponenten konstant halten.
  4. Referenz und Variante blind auf Duftstreifen vergleichen; Zeitreihe protokollieren.
  5. Erst bei bestätigter Wirkung Dosierung und weitere Kandidaten verändern.
Ziel: Die Architektur bleibt erhalten, etwa „trocken-holziger Körper mit langem Amberfundament“. Der Austausch darf aber gezielt Projektion, Kante, Wärme, Weichheit oder Verlauf verschieben.

Praxisbeispiel: Einen trockenen Holzträger ersetzen, aber Geruchsfamilie, Dampfdruckfenster und Molekülgröße vorher festlegen. Start bei gleicher Masse; danach nur den Ersatzstoff in kleinen Stufen verändern. Erwartung: Das Gerüst bleibt lesbar, während etwa Kante oder Volumen verschoben wird.

06Laborprotokoll auf hohem Niveau

Minimum pro Versuch: Chargen-ID, Rohstoff-CAS, Lieferant/Charge, Reinheit bzw. Verdünnung, Einwaage, Träger, Temperatur, Luftfeuchte, Substrat, Zeitpunkt und Beobachter. Bei Verdünnungen immer mit Masse arbeiten, nicht mit Tropfen.

Versuchsaufbau: Referenz, Variante und Leer-/Trägerkontrolle; mindestens drei unabhängig angesetzte Wiederholungen; randomisierte Codierung; Blind-A/B oder Dreieckstest. Die Nase erhält zuerst keine technischen Erwartungen.

Instrumentelle Ebene: GC-FID oder GC-MS klärt Zusammensetzung; statischer/dynamischer Headspace und HS-SPME-GC-MS zeigen die Gasphase über Zeit. Instrumentdaten beantworten jedoch nicht allein den Geruchsbeitrag jeder einzelnen Verbindung – sie ergänzen deine Wahrnehmung, ersetzen sie nicht.

Praxisbeispiel: Drei codierte Streifen: zweimal Referenz, einmal Variante. Erst nach der Entscheidung wird entblindet. So wird sichtbar, ob eine technische Änderung wirklich wiederholbar wahrgenommen wird oder nur erwartet wurde.

07Von Daten zu einer eigenen Sprache

Wir legen keine Bedeutung fest, bevor sie wiederholt beobachtet wurde. Wenn du etwa „Kante“ notierst, verknüpft AION das später mit Stoffen, Konzentrationen, Dampfdruckfenstern, Zeitpunkten und Vergleichsproben. Erst aus mehreren Experimenten kann ein persönliches Wort als belastbares AION-Merkmal gelten.

Daneben bleibt die allgemeine Sprache sichtbar: z. B. Zeder → holzig, Ambroxan → ambrig/holzig/moschusartig. Treffen beide Ebenen zusammen, stärkt das die Hypothese; weichen sie ab, ist die Abweichung eine Entdeckung – nicht automatisch ein Fehler.

Praxisbeispiel: „Kante“ bei jedem Test auf einer Skala von 1–5 zu T+0, T+30 min und T+4 h notieren. Nach mindestens fünf kontrollierten Versuchen darf AION prüfen, ob das Wort eher mit einem Dampfdruckbereich, einer Stofffamilie oder einer Dosierungsänderung zusammenhängt.

08H-Bond, HBD/HBA, pKa & polare Oberfläche

Wasserstoffbrücken-Donoren und -Akzeptoren (HBD/HBA), polar surface area (TPSA), Dipolmoment und – bei ionisierbaren Stoffen – pKa erklären keine Duftnote. Sie helfen aber, Löslichkeit, Assoziation, Phasenverhalten und mögliche Änderungen der Aktivität in einer Matrix zu verstehen. Bei den meisten klassischen Duftstoffen sind die Moleküle neutral; pKa wird nur dann relevant, wenn eine Säure- oder Basefunktion tatsächlich vorliegt.

Technische Konsequenz: Ein polarerer Kandidat kann in einer Alkohol-/Wasser- oder Trägermatrix anders verteilt sein als ein unpolarer. Das ist eine Formulierungs- und Kopfraumhypothese, kein Shortcut zu „weich“ oder „haltbar“.

Praxisbeispiel: Zwei Kandidaten gleicher Duftrolle zunächst auf Klarheit und Homogenität in der Zielmatrix prüfen. Erst bei stabiler Lösung wird die zeitliche Wahrnehmung verglichen.

09Geruchsschwelle, Kopfraum & wahrnehmbare Wirkung

Ein Stoff kann in der Gasphase messbar sein und dennoch olfaktorisch kaum auffallen; umgekehrt kann eine sehr niedrige Geruchsschwelle eine kleine Menge prägend machen. Deshalb wird „physisch vorhanden“ von „wahrgenommen dominant“ getrennt protokolliert. Ein instrumenteller Kopfraumwert ergänzt die Nase, ersetzt sie aber nicht.

Für ausdauernde Architektur: Gute Dauer entsteht häufig aus einem Verlauf mehrerer wahrnehmbarer Rollen, nicht aus maximaler Konzentration einer schweren Basis. AION beobachtet daher Präsenz, Diffusion, Klarheit und Ausdauer als getrennte Skalen.

Praxisbeispiel: Ein leiser, aber charakterprägender Stoff wird in einer 80/100/120-%-Dosisleiter bewertet. Nicht nur fragen „ist er stärker?“, sondern „bleibt die Signatur des Akkords lesbar?“

10Stabilität als Teil der Komposition

Oxidation, Hydrolyse, Licht und Wärme können Geruchsbild, Farbe, Klarheit und Sicherheitsprofil verändern. Naturstoffe und reaktive Stoffklassen benötigen daher Charge, Lagerbedingung und Vergleichsdatum. Eine technisch starke Formel ist auch dann stark, wenn sie ihren Charakter unter definierten, sicheren Bedingungen reproduzierbar hält.

Keine Abkürzung: Beschleunigte Alterung oder Erwärmung ohne Stoffkenntnis kann gefährlich und irreführend sein. AION verwendet zuerst einen schonenden Referenzvergleich und verweist bei Unklarheit auf SDS, Spezifikation und Fachanalytik.

Praxisbeispiel: Ausgangsprobe und dunkel geschützte Referenz an Tag 0, 7 und 28 auf Duftstreifen vergleichen. Farbe, Klarheit und mögliche Ablagerung immer vor dem Riechen notieren.

Arbeitsquellen

PubChem PUG View für strukturierte und annotierte Stoffdaten · OECD TG 104 für Dampfdruck und Temperaturbezug · OECD TG 107 für logP-Messmethodik · Geruchsmischungen & Wahrnehmung für additive, maskierende und konfigurierende Effekte · COSMO-RS / Duftrohstoffe für modellgestützte physikochemische Vorhersagen · Headspace- und chromatographische Analytik · Molekülmerkmale und Riechrezeptoren · IFRA Standards Library. Quellen und Messbedingungen sind Teil jeder wissenschaftlichen Entscheidung.

Technische Entwurfslandkarte

Was AION bei starken, ausdauernden Düften mitdenkt

Langanhaltend bedeutet nicht einfach „schwer“ und Projektion nicht einfach „hoher Dampfdruck“. AION trennt Austritt in den Kopfraum, Wahrnehmungsschwelle, Verteilung in der Matrix und chemische Stabilität. Erst ihre Kombination macht einen Akkord technisch belastbar.

01 · Gasphase

Dampfdruck, Aktivität & Geruchsschwelle

Der Dampfdruck liefert die Tendenz zum Austritt. Die Aktivität in der Formel und die individuelle Geruchsschwelle entscheiden mit, ob daraus wahrnehmbare Präsenz wird.

Praxis: Zwei Kandidaten nicht nur nach Pa vergleichen: gleiche Verdünnung, gleiche Masse, dann T+0/T+30/T+4 h blind protokollieren.

02 · Matrix

logP, Polarität, Löslichkeit & Träger

Verteilung zwischen Alkohol, Öl, Wachs, Haut oder Tensidmatrix beeinflusst Verlauf und Klarheit. Trübung oder Phasentrennung ist zuerst ein Stabilitätsproblem, keine Geruchsentscheidung.

Praxis: Eine Formel mit nur einem veränderten Trägeranteil gegen die Referenz prüfen; alle übrigen Massen konstant halten.

03 · Struktur

Form, Flexibilität, Stereochemie & Funktion

Funktionelle Gruppen, räumliche Form und Isomerie beeinflussen Rezeptorantwort und Mischungsverhalten. Molekülmasse ist nur eine nützliche, keine alleinige Vorauswahl.

Praxis: Isomere oder zwei Holzträger getrennt und gleich verdünnt beurteilen; Differenzen nicht mitteln, sondern beschreiben.

04 · Materialzustand

Schmelzpunkt, Kristallinität & Homogenität

Feststoffe müssen vollständig und reproduzierbar gelöst sein. Kristallisation, Ausfällung oder eine unstete Mischung verfälschen Headspace und Dosierung.

Praxis: Vor jeder Vergleichsreihe Klarheit, Homogenität und Lagerzustand der Lösung dokumentieren.

05 · Beständigkeit

Oxidation, Hydrolyse, Licht & Wärme

Reaktive Stoffklassen und Naturstoffe können sich durch Sauerstoff, Licht, Wasser oder Wärme verändern. Das betrifft Geruch, Farbe und Sicherheit – daher nur kontrolliert, mit SDS und Schutzmaßnahmen prüfen.

Praxis: Dunkel gelagerte Referenz gegen einen definiert gealterten Ansatz vergleichen; niemals bei unbekannter Stabilität erhitzen.

06 · Qualität

Reinheit, Charge, Isomerenprofil & Regulierung

Handelsname und CAS allein ersetzen keine Spezifikation. Lieferant, Charge, Verdünnung, physischer Zustand und Sicherheits-/IFRA-Unterlagen sind Teil der technischen Identität.

Praxis: Bei einer neuen Charge dieselbe Wahrnehmungsreihe wie bei der Referenz durchführen, bevor eine Rezepturentscheidung fällt.

Laborgrenze: AION plant Wahrnehmungsversuche, keine Sicherheitsfreigabe. Hauttests nur bei bekannter, für die Anwendung geeigneter Verdünnung und aktueller Sicherheits-/Regelprüfung; bei Unsicherheit ausschließlich auf Duftstreifen arbeiten.

Lehrplan · Stufe 1–3

Versuche, die aus deiner Nase belastbare Daten machen

Jede Vorlage sagt zuerst in Alltagssprache, was deine Nase möglicherweise erleben kann. Das ist eine prüfbare Erwartung, kein Rezeptversprechen. Referenz, Variante und gleiche Bedingungen zeigen dann, ob genau dein Materialbestand diesen Effekt wirklich trägt. Beim Speichern eines Wahrnehmungsbogens setzt AION den Zeitstempel serverseitig: Er ist der verbindliche Beobachtungszeitpunkt. „Zeit seit Auftrag“ beschreibt nur den Duftverlauf.

Laufende Versuche

Dein Laborjournal

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